Auf den Wein achten – nicht nur an Weihnachten

Ein kleiner Survival-Guide fürs Festtagsessen

Ein guter Wein ist kein Problemlöser, denn Ihr wisst ja: Alkohol ist keine Lösung, sondern ein Lösungsmittel. Und er ist auch manchmal ein exzellenter Puffer. Außerdem kann man sich bei der Suche nach passenden Verbindungen von Wein und Speisen ein wenig ablenken von den Herausforderungen der Feiertage. Damit herzlich willkommen zu deinem Festtags-Überlebenspaket für echtes Foodpairing mit deutschem Wein!

Festtagslogik: nicht den „besten“ Wein suchen, sondern passende Allrounder

Weihnachtsessen ist selten filigran, sondern eher das Gegenteil: Da sind Röstaromen, Saucen, Butter, Gänsefett, Bratapfel, Rotkohl-Süße und Gewürze im Spiel. Der perfekte Wein muss deshalb vor allem drei Dinge können: Säure gegen Fett, nicht zu viel Alkohol, damit der Abend nicht vor dem Dessert in den Sinkflug geht; und moderates Holz, weil zu viel Barrique schnell wie Vanillekipferl vom Vorjahr schmeckt, ohne so richtig Festtagsstimmung zu verbreiten.

Man kann Wein in viele Kategorien einteilen. Ich mag in diesem Zusammenhang gerne die Unterscheidung von „Renommierweinen“ und „Kommunikationsweinen“. Kommunikationsweine unterstützen die Kommunikation zwischen Menschen, lösen die Zungen, entspannen die Atmosphäre, aber quatschen nicht ständig dazwischen. Das ist die Schwäche der Renommierweine: Sie wollen wahrgenommen, gewürdigt, besprochen werden und müssen immer im Mittelpunkt stehen – ähnlich wie Tante Gloria nach dem zweiten Eierlikör. Und sie sind meist überaus kräftig, auch im Alkohol, was die Trinkfreude im Laufe des Abend arg herabsetzt. Also für Weihnachten würde ich entschieden zum „Kommunikationswein“ raten.

Der Auftakt: Winzersekt als diplomatische Mission

Für den gelungenen Einstieg in den Abend brauchst du etwas, das sofort festlich wirkt, ohne die Stimmung nach zwanzig Minuten in weltpolitische Diskussionen abdriften zu lassen. Ein Winzersekt ist als Aperitif ideal, besonders aus Riesling, Weißburgunder oder Blanc de Noir vom Spätburgunder (etwa vom Wilhelmshof in Siebendingen). Oder wie wäre es mit einem eleganten Crémant aus der Pfalz von der Familie Winterling (mein Favorit: der „Coulée d’Or etwa mit den „Champagner-Rebsorten“ Chardonnay, Spätburgunder und Schwarzriesling)?

Und Vorsicht beim Sektkauf nach Etikett! Die Bezeichnung für die Restsüße weicht beim Schaumwein gehörig vom Stillwein ab: Riesling-Sekt „extra trocken“ ist schon mächtig süß. Das Pendant zu „trocken“ wäre mit Bubbles mindestens „brut“, besser „extra brut“, und Purist*innen schwören auf „brut nature“, der ganz ohne zugesetzte „Dosage“ auskommt (nach der zweiten Gärung zugesetzter Süßwein, der den gewünschten Zuckergehalt einstellt).

Vorspeisen: Fisch, Suppe und das berühmte „ein bisschen von allem“

Bei Lachs, Forelle oder Räucherfisch bist du meist mit einem kräftigen, gereiften Riesling oder mit Weißburgunder auf der sicheren Seite; bei kräftigen Räucheraromen darf es gern Grauburgunder mit etwas Schmelz sein oder ein Weißwein, der „oxidativ“ im Holzfass ausgebaut wurde (Tipp: Sauvignon Blanc Fumé von Felix Pieper). Die Logik dahinter ist einfach: Säure und Frische bringen Ordnung ins Fett, und eine klare Frucht hält das Ganze lebendig. Bei cremigen Vorsuppen wie Kürbis-, Maronen- oder Kartoffelsuppe funktionieren Silvaner und Weißburgunder besonders gut, weil sie ruhig bleiben und nicht aromatisch „dazwischenfunken“. Wenn die Suppe spürbar süßlicher wird – Marone ist da ein Klassiker –, wirkt ein Riesling feinherb oft harmonischer als ein knochentrockener Wein.

Die Hauptgänge: Gans, Ente, Braten – jetzt zählt Balance

Gans mit Rotkohl und Klößen ist die große Bühne für Röstaromen, Fett und eine Beilage, die gern ins Süßliche spielt. Rotwein passt – aber bitte nicht der 15-Prozent-Barrique-Hammer. Spätburgunder ist hier das Festtags-Ass, wenn er saftig, fruchtbetont und nicht überholzt ist: rote Beeren, etwas Würze, genug Struktur, ohne das Essen zu erschlagen (probiert zum Beispiel den „Ahr-Spätburgunder S“ von Weingut Kriechel. Und ja, man darf es sagen: Riesling Kabinett oder Spätlese mit etwas Restsüße sind zu Gans oft überraschend großartig, gerade weil Säure das Fett sauber „schneidet“ und ein Hauch Restsüße Rotkohl und Bratapfel geschmeidig einfängt (erste Adresse für restsüße Rieslinge: Weingut Nick Köwerich an der Mosel!).

Bei Ente, die häufig aromatischer ist und manchmal mit Orange oder fruchtigen Komponenten serviert wird, funktioniert Spätburgunder ebenfalls sehr gut, alternativ Lemberger aus Württemberg mit seiner pfeffrigen Würze. Der Trick bei Orangensauce: lieber fruchtbetonte Weine und moderates Holz – zu viel Fass plus Orange kippt schnell in „Weihnachtsduftkerze“.

Zu Rinderbraten oder Rouladen darf es kräftiger werden, auch hier sind Lemberger oder ein strukturierter Spätburgunder (Beispiel: Kleinkarlbacher Herrenberg vom Weingut Hammel) zuverlässig, vor allem wenn Speck, Senf und reichlich Sauce die Aromatik bestimmen. Lieber was Weißes? Dann probiert die Kunstwerke, die Stefan Bietighöfer aus Barrique und Großem Holz zaubert.

Und wenn dieser Onkel zu Besuch kommt, der grundsätzlich über deutsche Weine meckert und hiesige Rotweine schlicht für untrinkbar hält, dann stellt ihm doch mal blind einen Roten von Weingut Peth-Wetz aus Rheinhessen hin. Wetten, er fällt drauf rein?

Raclette und Fondue: Das Abendessen, das nie endet – und der Wein, der dazu durchhält

Raclette ist weniger ein Gericht als ein Zustand. Käse, Fett, Salz, dazu Cornichons, Kartoffeln, Mais, vielleicht Ananas aus Trotz, und irgendwo im Hintergrund läuft bereits die erste Grundsatzdebatte. Hier brauchst du Allrounder, die nicht ermüden. Weißburgunder trocken ist die zuverlässigste Wahl, weil er neutral genug ist, um Verschiedenes zu begleiten, und trotzdem Struktur hat. Grauburgunder passt, wenn du mehr Cremigkeit willst. Riesling trocken bis feinherb ist perfekt, wenn viele Essiggurken und süß-säuerliche Beilagen am Start sind.

Ein Profi-Hack für Gastgeber: Stell zwei Weine hin – Weißburgunder trocken für die „Ich trinke nur trocken“-Fraktion und Riesling feinherb für alle, denen zu viel Säure sonst den Abend verdirbt. Das ist keine Kapitulation, das ist Konfliktprävention.

Vegetarisch und vegan: Pilzbraten, Nuss-Loaf und Röstaromen ohne Reue

Bei Pilzgerichten und allem, was ordentlich Röstaromen mitbringt, ist Spätburgunder wieder ganz vorn, solange er nicht zu holzbetont daherkommt. Silvaner ist stark zu Ofengemüse und Kräutern, weil er begleitet statt zu dominieren. Wenn exotische orientalische Gewürze ins Spiel kommen, hätte ich einen besonderen Tipp, den ich dieses Jahr bei „Mythos Mosel“ entdeckt habe: Dem Goldmuskateller vom Weingut K.-J. Thul aus Thörnich an der Mosel gelingt die perfekte „Marriage“.

Scharfes Essen gelingt mit leicht restsüßem Riesling am besten: Ein wenig Restsüße („feinherb“) puffert Würze und Schärfe ab und sorgt dafür, dass der Wein nicht hart wirkt. Restsüßer Riesling wäre auch bei Leberpastete und Foie gras die erste Wahl.

Dessert und Gebäck: Keine Angst vor süßen Weinen

Sobald Stollen, Plätzchen, Marzipan oder Bratapfel auf den Tisch kommen, geraten trockene Weine schnell in die Defensive und wirken plötzlich „sauer“. Die goldene Regel lautet: Der Wein sollte mindestens so süß sein wie das Dessert – sonst wird es kantig. Riesling Spätlese oder Auslese ist hier ein Klassiker im besten Sinne, weil die Süße von einer lebendigen Säure getragen wird. Restsüße Scheurebe ist eine sehr gute Alternative, wenn du ein aromatischeres Profil möchtest, das mit Vanille, Zimt und Orangennoten mithält. Zum Bratapfel sind Riesling Spätlesen oft wie gemacht: Apfel, Säure, Gewürze – das klickt.

Käse zum Schluss: Spätburgunder, edelsüß, oder …

Bei Hartkäse und kräftigen Schnittkäsen funktionieren Spätburgunder oder auch Grauburgunder sehr gut, je nachdem, ob du eher rot oder weiß bleiben möchtest. Sobald Blauschimmel auf dem Brett liegt, darfst du den Hebel umlegen: Der Klassiker wäre Riesling ab Beerenauslese aufwärts. Süße gegen Salz und pikante Schimmelwürze – das ist einer dieser Momente, in denen Wein plötzlich nach „Festtag“ schmeckt, ohne sich anzustrengen. Wer etwas riskieren und ein neues Weinerlebnis gewinnen will, greift dagegen beim Bleu zum Orange-Wein, der mit dem würzigen Käse erstaunlich gut harmoniert (für Einsteiger empfehle ich den „The Orange touch“ von Weingut Beisiegel/Nahe.

Familienfeier überleben: fünf Maßnahmen, die wirklich helfen

Das einfachste Helfer ist ein Wein, der vielen schmeckt und dir selbst auch. Riesling feinherb, Weißburgunder trocken oder ein saftiger, nicht zu holziger Spätburgunder sind ideale Mitbringsel, weil sie kulinarisch breit einsetzbar sind und sozial kaum jemanden triggern. Wer einschenkt, steuert außerdem Tempo und Stimmung – nicht als Machtspiel, sondern als Logistik.

Stell Wasser sichtbar auf den Tisch, denn das ist kein Verrat, sondern die Voraussetzung dafür, dass der Abend nicht vor dem Dessert kippt. Inhaltlich gilt: Politische Großwetterlage und Grundsatzfragen funktionieren meist besser nach dem Hauptgang als davor; bis dahin helfen Fragen stellen, Komplimente verteilen und die Kochleistung feiern. Und wenn es trotzdem knirscht, sorgt ein kurzer Spaziergang oder ein „Ich muss mal kurz telefonieren“ für Deeskalation.

Der Spickzettel im Kopf: zwei Flaschen, große Wirkung

Wenn du es maximal unkompliziert willst, denk in zwei Flaschen: Eine, die fast immer passt, und eine, die den Hauptgang glänzen lässt. Als sichere Bank funktioniert ein Vertreter der Burgunderfamilie (Weiß-, Grau- oder Spätburgunder „blanc de noir“ trocken). Für die große Bühne nimmst du je nach Menü Spätburgunder (Gans, Ente, Pilzgerichte, Käse) oder einen feinherben Riesling (wenn Rotkohl, Fruchtkomponenten oder viel Würze mitspielen). Damit bist du festtagstauglich ausgestattet – kulinarisch und sozial.

Ich wünsche Euch allen ein frohes und entspanntes Weihnachtsfest, erholsame Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr mit hoffentlich vielen schönen Weinerlebnissen. Andreas Archut

Der Dorfbub kehrt zurück

Weinabend mit Andreas Etienne und Christoph Hammel am 28. November 2025

Die Premiere vor zwei Jahren war ein Erlebnis! Jetzt nehmen wir nochmal Anlauf, um „eins draufzusetzen“: Bei diesem Weinabend bringen wir Winzer Christoph Hammel aus der Pfalz und der Bonner Kabarettist Andreas Etienne zusammen, verkosten sechs erstklassige Weine und haben gemeinsam eine Menge Spaß, wenn zwei wortgewaltige Urgesteine ihrer jeweiligen Zunft aufeinandertreffen. Motto: „The Return of the Dorfbub“ – denn es ist nicht nur der zweite Weinabend mit den beiden, die aus Weindörfern in der Pfalz und im Rheingau stammen, sondern auch die Bonn-Premiere von Christoph Hammels gleichnamigem Alterswerk, das er uns vorstellen wird.

Ruhestand?! Wer’s glaubt…

Christoph Hammel ist ein virtuoser „Winemaker“ aus der nördlichen Pfalz, der es versteht, vom exklusiven Lagenwein bis zum massenkompatiblen Konzeptwein für den Lebensmitteleinzelhandel die Herzen von Weinbegeisterten aller Couleur höher schlagen zu lassen. Doch er ist auch ein echter Entertainer, der kein Blatt vor den Mund nimmt und klare Kante zu aktuellen Trends rund um den Wein zeigt. Vor zwei Jahren hat sein Betrieb sein 300-jähriges Bestehen gefeiert. Der Übergang auf die nächste Winzergeneration ist schon beschlossene Sache, doch eine Tür für Leib-und-Magen-Projekte hält der Winzer sich offen.

Ganz ähnlich ist das bei Andreas Etienne: Das Gründungsmitglied des Improvisationstheaters „Springmaus“ hat zwar seinen Eintritt in den wohlverdienten Ruhestand erfolgreich absolviert, aber auch für ihn bleiben die „Bretter, die Welt bedeuten“ eine Herzensangelegenheit.

Talente und Gemeinsamkeiten der beiden bieten reichlich Stoff für gute Gespräche bei dem einen oder anderen Glas Wein. Moderiert wird der Abend von Weinberater Andreas Archut.

Tolle Location: Design Offices

Begleiten Sie uns auf eine Reise durch die faszinierende Welt des Weines und genießen Sie eine unterhaltsame Weinprobe mit zwei besonderen Persönlichkeiten.

Unsere neue Location, die Design Offices Bonn-Hauptbahnhof, schafft die ideale Atmosphäre für einen schönen Abend mit interessanten Gesprächen und leckeren Weinen!

Sichern Sie sich jetzt Ihre Teilnahme, denn die Plätze sind begrenzt. Und wie immer gilt: Frühbucher profitieren von einem Preisnachlass.

Weinabend mit Christoph Hammel und Andreas Etienne:
Freitag, 28. November 2025, 19 Uhr, Design Offices Bonn-Hauptbahnhof; Frühbucher: 49 Euro; regulär 59 Euro; inkl. 6 Weine und Knabberzeug; Tickets unter: https://returnofthedorfbub.eventbrite.de

Hier geht’s zum Bericht vom ersten Weinabend mit Hammel und Etienne

Ein Wein-Abend mit Winzer Christoph Hammel

Wein und Talk mit dem Pfälzer Winzeroriginal Christoph Hammel und dem Kabarettisten Andreas Etienne

Wir laden Sie am 17. November 2023 ein zu einem Weinabend mit dem Pfälzer Winzeroriginal Christoph Hammel! Bei der Weinprobe haben Sie die Gelegenheit, erstklassige Weine zu verkosten und das Pfälzer Original, das sie erschaffen hat, zu erleben. Als Special Guest begrüßen wir außerdem den bekannten Bonner Kabarettisten Andreas Etienne.

Foto: Peter Bender

Beeindruckende Bandbreite

Christoph Hammel steht für Tradition und Moderne. Gerade hat sein Betrieb sein 300-jähriges Bestehen gefeiert. Die nächste Winzergeneration steht schon in den Startlöchern.

Bekannt ist Christoph Hammel für die beeindruckende Bandbreite seiner Weinstile. Vom exquisiten Lagenwein bis zum pfiffigen Konzeptwein für den Lebensmitteleinzelhandel beherrscht er sein Handwerk virtuos. Seine Leidenschaft für den Weinbau geht einher mit einem sicheren Gespür für das, was die Herzen von Weinbegeisterten höher schlagen lässt.

Doch Christoph Hammel ist nicht nur ein exzellenter Winzer, sondern auch ein echtes Unterhaltungstalent. Mit seiner charmanten Pfälzer Art und spannenden Geschichten macht er diesen Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis. Dabei nimmt der Winzer kein Blatt vor den Mund und zeigt klare Kante zu aktuellen Trends und Fragen rund um den Wein.

Verborgene Gemeinsamkeiten

Andreas Etienne, Gründungsmitglied des Improvisationstheaters „Springmaus“, ist in Bonn bekannt „wie ein bunter Hund“, dass ihn mit dem Gast des Abends einige Gemeinsamkeiten verbinden, dagegen wohl eher nicht: Beide entstammen traditionsreichen Winzerfamilien, beide liebäugelten schon in jungen Jahren mit „den Brettern, die die Welt bedeuten“ und beide schauen nun auf eine erfolgreiche Karriere in ihrem Wahlberuf zurück. Das ist reichlich Stoff für gute Gespräche bei dem einen oder anderen Glas Wein. Moderiert wird der Abend von Weinberater Andreas Archut.

Neue Location: Design Offices

Begleiten Sie uns auf eine Reise durch die faszinierende Welt des Weines und genießen Sie eine unterhaltsame Weinprobe mit zwei ganz besonderen Persönlichkeiten.

Unsere neue Location, die Design Offices Bonn-Hauptbahnhof, schafft die ideale Atmosphäre für einen schönen Abend mit interessanten Gesprächen und leckeren Weinen!

Sichern Sie sich jetzt Ihre Teilnahme, denn die Plätze sind begrenzt. Und wie immer gilt: Frühbucher profitieren von einem Preisnachlass.

Weinabend mit Christoph Hammel: Freitag, 17. November 2023, 19 Uhr, Design Offices Bonn-Hauptbahnhof; Frühbucher: 39 Euro plus VVK; regulär 49 Euro; inkl. 6 Weine und Knabberzeug; Tickets unter: https://wasmitweinundhammel.eventbrite.de

Fotos: Peter Bender/Weingut Hammel

Christoph Hammel in einem Video anlässlich der „Supermarkt-Safari“ von wasmitwein.de und Ingo Konrads im Jahr 2020.

Trendweine „PiWis“: Zukunft, die man schmecken kann

Bislang konnten nur wenige Weinbegeisterte mit dem Begriff „PiWis“ etwas anfangen. Diese „pilzwiderstandsfähigen Rebsorten“, die Insider als PiWis bezeichnen, gibt es zwar schon lange, aber sie führten bislang eher ein Nischendasein im Weinbau. Das könnte sich nun ändern. Denn PiWis sind nicht nur nützlich, sondern mittlerweile echte Alternativen zu den Platzhirschen unter den Weinen. Im August laden wir Euch ein, die wunderbare Welt der neuen „Zukunftsweine“ kennenzulernen.

Nur ein minimaler Bruchteil der in Deutschland angebauten Rebsorten gehört der Gruppe der PiWis an. Dabei handelt es sich um Rebsorten, die gegenüber Pilzkrankheiten wie Echtem und Falschem Mehltau oder Schwarzfäule widerstandsfähiger sind als herkömmliche Weine. Diese Sorten wurden durch gezielte Kreuzungen mit wilden Rebenarten gezüchtet, die natürliche Resistenz gegen Pilzkrankheiten aufweisen. Diese „Resistenzpartner“ bringen oft etwas herbere Noten in das Aromenspektrum ein und waren in der Vergangenheit für manchen wenig erfolgreichen Versuch einer Neueinführung verantwortlich. Inzwischen haben Züchter und Winzer das aber in den Griff bekommen. Neuere PiWi-Züchtungen sind als Wein wesentlich gefälliger und näher an den etablierten Sorten.

Alternative für Klimaschutz und Bioanbau

PiWis bieten eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Rebsorten, die oft mit chemischen Pflanzenschutzmitteln behandelt werden müssen, um Pilzkrankheiten zu bekämpfen.

Durch den Einsatz von PiWis kann der Einsatz von Pestiziden in Weinbergen deutlich reduziert werden, was nicht nur die Umwelt schont, sondern auch die Gesundheit der Weinbauern und Verbraucher schützt. Das ist vor allem im wachsenden Segment des Bioweinbaus ein Segen, da hier als einzige Alternative zu konventionellem Pflanzenschutz oft nur Kupfer-halte Präparate verwendet wendet werden dürfen. Die enthaltenen Kupfersalze sind wasserlöslich, so dass Behandlungen nach Regen wiederholt werden müssen, und das Schwermetall reichert sich auf die Dauer im Boden an.

Hier zeigt sich auch ein indirekter Nutzen von PiWi-Rebsorten: Die Winzer müssen wesentlich seltener durch die Weinberge fahren, was Treibstoff und damit CO2 einspart und zu weniger Bodenverdichtung führt, was nicht nur der Humusbildung förderlich ist.

PiWis liegen voll im Trend

Waren PiWi-Winzer bis vor kurzem noch eine wenig beachtete Randerscheinung im Weinbau, so stehen sie mittlerweile im Rampenlicht. Dass das so war, liegt nicht zuletzt daran, dass Einzelhandel und Gastronomie lange einen Bogen um PiWis machten – zu groß war die Sorge, die Verbraucher könnten sich von neuen Namen und Geschmackserlebnissen abschrecken lassen. Darum setzte man lange auf die immer gleichen Rebsorten-Dauerbrenner.

Doch mit einem neuen Bewusstsein für Umwelt und Klimaschutz kommt Bewegung in den Markt. Davon konnte ich mich bei der Weinmesse ProWein im März überzeugen: Hier war überall von den neuen Rebsorten als dem Trend des Jahres zu hören. Auch international ist man auf die Chancen aufmerksam geworden, die nicht zuletzt wirtschaftlich interessante Perspektiven eröffnet. So sollen in Frankreich mittlerweile große Flächen mit PiWis bestockt worden sein, die sich mit minimalem Aufwand bewirtschaften lassen und als Grundstoff für kostengünstigen Supermarktwein vertrieben werden können.

Prämierte Initiative für „Zukunftsweine“

Aber auch im Premiumsegment kommen die PiWis langsam an. Zwar geben sich die führenden Vertreter des gehobenen Preissegments, allen voran der Verband der Prädikatsweingüter VDP, noch skeptisch, aber immer mehr Winzer und Genossenschaften beginnen mit den neuen Reben zu experimentieren. Und die Initiative „Zukunftsweine“, ein Zusammenschluss von mittlerweile rund 40 PiWi-Winzern, steht spätestens seit vergangenem Jahr im Mittelpunkt des Trends, seit sie mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet worden ist. Entsprechend selbstbewusst trat die Initiative dann auch auf der ProWein in Düsseldorf auf. Und auch ihre Weine mussten die Zukunftswinzer*innen nicht verstecken: Beispiele aus dem wachsenden Sortiment ihrer Mitgliedsbetriebe werden wir auch bei unserer Veranstaltung im August verkosten.

Zukunft im Glas: PiWi-Weine kennenlernen
Ein neuer Termin wird noch bekanntgegeben!

Wein und Klimawandel – informative Weinprobe mit Winzer Bernhard Kirsten

Der Klimawandel ist in aller Munde. Aber wussten Sie, dass das auch mit Wein geht? Ende Juni kombinieren wir in einer Weinprobe Genuss und Information zu einem der größten Themen unserer Zeit – und wie es sich auch auf den Weinbau und seine Produkte auswirkt. Aus erster Hand berichtet uns dazu der Special Guest des Abends, Winzer Bernhard Kirsten vom Weingut Schlossgut Liebieg an der Mosel.

Winzer Bernhard Kirsten. Foto: PHORMAT ANDI G

Ob Wärme, Trockenheit oder Extremwetterlagen – Klimawandel ist spürbar wie nie zuvor und dringt in alle Lebensbereiche vor. Der Weinbau ist da keine Ausnahme. Das habe ich in vielen Gesprächen mit Winzer*innen immer wieder gehört. Berhard Kirsten ist einer davon. Allein in seiner Lebenszeit hat er fundamentale Veränderungen an den Rahmenbedingungen des Weinbaus erlebt. Darüber werden wir am 30. Juni mit ihm sprechen.

Bereits im vergangenen Jahr haben wir dem Thema ein eigenes Weinseminar gewidmet. Mit Bernhards Hilfe bieten wir nun eine Neuauflage an.

Kann man den Klimawandel im Wein überhaupt schmecken? Wir finden: Ja, wenn man sich bestimmte Aspekte des Klimawandels vergegenwärtigt. Beispiele dafür wollen wir im Rahmen der informativen Weinprobe erlebbar machen.

Wir zeigen anhand von eindrücklichen und überraschenden Beispielen, wie Winzer mit dem Klimawandel umgehen und fragen uns, welchen Wein wir wohl in ein paar Jahren trinken werden. Antworten liefern wir bei der Verkostung von sechs ausgewählten Weinen aus deutschen Anbaugebieten, die Aspekte der Klimaveränderungen dokumentieren.

Wein und Klimawandel fällt am Freitag, 30. Juni 2023 leider aus! Wir werden so bald wie möglich einen neuen Termin bekanntgeben.

Wein und Klimawandel

Mit einem hoch aktuellen Thema melden wir uns zurück

Foto: Ales Maze/Unsplash

Die Pandemie hat uns so manchen Strich durch so manche Rechnung gemacht. Präsenzveranstaltungen waren nur noch sehr eingeschränkt möglich. Aber man lernt ja, mit dem „neuen Normal“ zu leben. Beim Klimawandel ist das nicht anders. Ob Wärme, Trockenheit oder Extremwetterlagen – Klimawandel ist spürbar wie nie zuvor. Schleichend dringt der menschgemachte Wandel in alle Lebensbereiche vor. Der Weinbau ist da keine Ausnahme. Das habe ich in vielen Gesprächen mit Winzer*innen immer wieder gehört. Und sehr unterschiedliche Ansätzen kennengelernt, wie man damit umgehen kann – von „Weiter so, der Wein wird schließlich immer besser!“ bis „Wir müssen jetzt umsteuern, damit unsere Kinder auch noch Wein anbauen können!“.

So entstand die Idee, dem Thema ein eigenes Weinseminar zu widmen. Aber kann man den Klimawandel im Wein überhaupt schmecken? Mit dieser Frage bin ich im Mai bei der Weinmesse ProWein in Düsseldorf allen Winzerinnen und Winzern auf den Wecker gegangen. Aber es hat sich gelohnt: Ich bin mit einem Notizbuch voller Ideen nach Hause gefahren, wie man Aspekte des Klimawandels im Rahmen einer Weinprobe erlebbar machen kann.

Das Ergebnis ist das Special „Wein und Klimawandel“. In einer unterhaltsam-informativen Weinprobe zeigen wir anhand von eindrücklichen und überraschenden Beispielen, wie Winzer mit dem Klimawandel umgehen und fragen uns, welchen Wein wir wohl in ein paar Jahren trinken werden. Antworten liefern wir bei der Verkostung von sechs ausgewählten Weinen aus deutschen Anbaugebieten, die Aspekte der Klimaveränderungen dokumentieren.

Das Klimawandel-Special findet am Samstag, 24. September 2022, um 19:30 Uhr im Gemeindesaal der evangelischen Lutherkirche, Kurfürstenstr. 20 B, 53115 Bonn, statt. Karten gibt es unter: https://weinklima2022.eventbrite.de (49 Euro, Frühbucher bis 31.08.2022 39 Euro zuzüglich VVK).

Neue Wein-Termine im Herbst und Winter

Irgendwann geht auch die längste Sommerpause zu Ende. Haben Sie sich auch gut erholt? Ich war in den USA und in der Wachau und – na gut – konnte nicht so ganz abschalten. Wie auch, wenn es überall spannende Weine zu entdecken gibt! Und so geht es jetzt voll Inspiration und Motivation in die Herbst/Winter-Saison von wasmitwein.de.

Die Farben des Herbstes feiern wir am Freitag, 25. Oktober 2019 mit dem Weinseminar „Rosé – Farbenspiele im Glas“. Dabei geht es – natürlich an praktischen Beispielen – um Rosé– und verwandte Weine. Wir erklären Herstellungsmethoden, entschlüsseln Begriffe auf dem Etikett und zeigen die Bandbreite, die auch beim Rosé möglich ist.

Ganz besonders freue ich mich auf den Wein-Kabarettisten Ingo Konrads, der am Donnerstag, 21. November 2019, bei wasmitwein.de zu Gast ist. Der Comedian begann seine Karriere übrigens im Podium 49. Unter dem Motto „Lachen und Weine: Ein Abend mit Wein-Kabarettist Ingo Konrads“ zeigt er Highlights aus seinen bisherigen Programmen und auch einige brandneue Nummern. Dazu verkosten wir einige feine Weine aus deutschen Landen.

Eine Vorschau haben wir auch schon fürs neue Jahr: Am Freitag, 17. Januar 2020, findet das nächste Riesling-Seminar statt, und am Donnerstag, 23. Januar 2020, begrüßen wir wieder eine erlesene Auswahl deutscher Winzer zum 5. Bonner Winzer-Slam! Ankündigungen folgen demnächst!

Anmeldungen nehmen wir wie üblich bei Eventbrite entgegen.

Magnus Knipp gewinnt den Bonner Wein-Slam

Magnus Knipp ist neuer Wein-Slamkönig! Mit knappem Vorsprung gewann er den 6. Bonner Wein-Slam im Podium 49 mit einem Rotwein aus Bethlehem und seinem Bericht vom Engagement des Bonn-Bethlehem Soccer Clubs.

Der Wein-Slam fand unter sommerlichen Bedingungen im ausverkauften Podium 49 statt. Den Außentemperaturen war wohl auch der Umstand geschuldet, dass erstmals (!) in der Geschichte von wasmitwein.de mehr Wasser als Wein konsumiert wurde: 40 Flaschen Mineralwasser mussten als Durstlöscher herhalten.

Auch die drei anderen Slammer schlugen sich wacker: Der reise- und flugbegeisterte Student Julian van Well überraschte nicht nur das Publikum mit seinen Reiseerlebnissen, sondern auch seine Freunde, die von ihm verfasste Kurzgeschichten vorlesen mussten.

Wirtschaftsjournalist Wilfried Lülsdorf nahm das Publikum mit auf eine Reise nach Sardinien, bei der er seinem Slam-Wein des Abends begegnet war.

Für Kommunikationsfachmann Thomas Kuhlow war der Wein-Slam eine Gelegenheit, die Erinnerung an seinen Großvater wieder aufleben zu lassen. Mit einem Württemberger Wein, einem Lemberger, machte er dem Publikum bewusst, wie wichtig es ist, sich seiner Wurzeln bewusst zu werden.

Wie immer hielt Volker Lannert das Ereignis im Bild fest. Wir danken ihm für die hier gezeigten Fotografien.

Magnus Knipp mit seinem Wein aus Bethlehem. Fotos: Volker Lannert

Ein Prost auf den Großvater: Thomas Kuhlow.

Lorbeerkranz und Pokal für den neuen Slam-König Magnus Knipp (li,).

Reiseerlebnisse aus Sardinen – und den passenden Wein – hatte Wilfried Lülsdorf dabei.

Auf „Weltreise“ ging Julian van Well mit dem Publikum.

 

Für den nächsten Wein-Slam werden noch Freiwillige gesucht! Wir freuen uns vor allem auf Bewerbungen von Weinfreundinnen, damit der nächste Wein-Slam wieder etwas weiblicher wird.

 

 

 

 

 

 

 

AUSGEBUCHT! Sommer-Highlight: Brot und Wein mit Max Kugel

Brot und Wein – das gehört zusammen! Jedes für sich genommen eröffnet schon eine Welt von Geschmack und Aromen, aber in Kombination sind beide wirklich wunderbar, vor allem, wenn beide aus besten Zutaten mit Leidenschaft und größter handwerklicher Sorgfalt bereitet worden sind.

Am Dienstag, 16. Juli 2019, um 19:30 Uhr findet unser Sommer-Highlight statt.

Max Kugel. Foto: privat

Mit der tatkräftigen Unterstützung des bekannten Bonner Brot-Bäcker Max Kugel werden wir uns auf eine kulinarisch-önologische Entdeckungsreise begeben. Moralische Unterstützung erhalten wir von dem evangelischen Pressepfarrer Joachim Gerhardt, der Gedanken zu den spirituellen Aspekten des Traumpaars Brot und Wein beisteuern wird.

Anmeldungen nehmen wir wie immer über Eventbrite entgegen: https://brotundwein2019.eventbrite.de
(Ticket regulär 36 Euro, Frühbucher 32 Euro)

ACHTUNG: Die Veranstaltung ist ausgebucht. Es gibt eine Warteliste!

6. Bonner Wein-Slam am 28. Juni 2019

Wer entthront den amtierenden Bonner König der Wein-Slammer Peter Kespohl, der vergangenes Jahr den 5. Bonner Wein-Slam gewann? Diese Entscheidung fällt Ende des Monats im Podium 49.

Beim Bonner Wein-Slam am Freitag, 28. Juni 2019, treten wieder vier Slammer vor das Publikum, um es von einem Wein ihrer Wahl zu überzeugen.

Wir haben Vorträge erlebt, kleine Lesungen und Mitmachaktionen. Eins haben alle gemeinsam: Sie mögen Wein. Aber nicht Rebsorte, Oechslegrad, Alkoholgehalt oder Etikett entscheiden diesen Wettbewerb – was am Ende zählt, ist einzig das beste „Gesamtpaket“ aus Wein, Weinliebhaberin und Präsentation. Denn zuletzt bestimmt das Publikum mit allen seinen Sinnen, wer sich Bonns Weinslam-Champion nennen darf.

Los geht es um 19:30 Uhr. Karten kosten 27 Euro. Karten gibt es unter: https://weinslam2019.eventbrite.de

Foto: Volker Lannert